Mit einem Tee oder Joghurt wird heute immer auch eine Lebenshaltung gekauft. Mit dem Wellnessdrink kaufen wir uns ebenso ein gutes Gewissen wie mit fair gehandeltem Kaffee. Unser Bedürfnis zu konsumieren hat dabei längst einen kulturellen Stellenwert erreicht. Produkte können zu Kultobjekten heranwachsen, über deren Besitz man sich selbst definieren kann. Sie bieten eine Lösung für das Bedürfnis nach Identität und Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Wir nutzen Dinge und Marken zur Integration oder zur Differenzierung gegenüber Anderen. Sie können Ausdruck kultureller Identität und sogar Eintrittskarten in andere Lebensstile sein. Produkte werden dabei neben ihrem Sein mit einem Schein ausgestattet. Denn nur was etwas zu sein scheint, kommt bei uns gut an. Neben dem reinen Gebrauchswert wird auch ein Gebrauchswertversprechen, und somit der ästhetische Schein, Teil eines Produkts. Durch die ihnen zugeschriebene Bedeutung, durch eine Aufladung mit einem ästhetischen Potential, erhalten die Dinge erst ihren Wert. Das sinnlich Wahrnehmbare, das schön zurecht Gemachte, das Ästhetische, wird zum Träger des Gebrauchswertversprechen.
Romina Kosmeier
Prof. Hans Günter Schmitz (Konzeption/Gestaltung), Dr. Bernhard Uske (Theorie)